mylife Loop AID-System (iOS vs Android): Tipps für Einsteiger und erfahrene Anwender

Dieser Artikel enthält Produktplatzierungen.
Automatisierte Insulindosierung (AID) ist für viele Menschen mit Typ-1-Diabetes heute weit mehr als ein technisches Extra: Sie bedeutet mehr Zeit im Zielbereich, weniger alltägliche Entscheidungen und oft ein deutlich entspannterer Alltag. Hybrid-Closed-Loop-Systeme wie der mylife Loop kombinieren kontinuierliches Glukosemonitoring (CGM), eine Insulinpumpe und eine intelligente App mit lernendem Algorithmus. Die Vorteile: bessere Blutzuckerwerte, ruhigere Nächte, weniger Unter-/Überzuckerungen – und mehr Freiheit.
Was ist das mylife Loop System?
Das mylife Loop AID-System besteht aus drei zentralen Komponenten:
mylife YpsoPump: eine kompakte, leichte Insulinpumpe mit Touchscreen, einfacher Bedienung und vorgefüllten Reservoiren. Die Pumpe gibt Insulin in präzisen Mikroschritten ab und lässt sich diskret tragen.
CamAPS FX App: die "Schaltzentrale" des Systems. Sie berechnet alle paar Minuten den Insulinbedarf basierend auf den CGM-Werten, den Nutzerangaben (Kohlenhydrate, Zielwerte etc.) und dem gelernten Muster im Alltag.
CGM-System: wahlweise Dexcom G6 oder FreeStyle Libre 3 bzw. Libre 3 Plus. Beide liefern kontinuierlich Glukosewerte an die CamAPS FX App.
So funktioniert das System
Die CamAPS FX App empfängt kontinuierlich Glukosewerte vom CGM-Sensor und berechnet daraus automatisch alle 8–12 Minuten die optimale Insulinabgabe. Der Algorithmus berücksichtigt dabei sowohl aktuelle Werte als auch Trends (steigend/fallend) sowie Insulinwirkung, Zeit seit letzter Mahlzeit und Muster der vergangenen 14 Tage. Die App kommuniziert via Bluetooth mit der YpsoPump, die daraufhin die Insulingabe anpasst oder kleine Korrekturboli abgibt. Mahlzeiten werden weiterhin manuell in der App eingegeben – ein Bolus wird auf Basis individueller Faktoren berechnet und ausgelöst.
Besondere Modi ermöglichen eine flexible Anpassung an individuelle Lebenssituationen:
Boost-Modus: erlaubt dem Algorithmus potenter bzw. reaktionsschneller zu agieren, also mehr Insulin abzugeben (bis zu rd. 35% mehr), um den Glukosewert schneller runter (auf das bestehende Ziel) zu bringen.
Ease-Off-Modus: temporäre Reduzierung der Insulinzufuhr z. B. bei Sport und akuter Hypoglykämiegefahr. Hinzu kommt, dass hier der Zielwert temporär um 45 mg/dL (2,5 mmol/L) hochgesetzt wird.
Der Boost- oder Ease-Off-Modus lässt sich für eine Dauer von maximal 24h (maximal 12h bei Android) und einen Zeitpunkt in bis zu maximal 24h in der Zukunft planen. Weitere hilfreiche Funktionen sind:
Langsam resorbierbare Mahlzeit: ideal bei FPE-haltigem Essen (Pizza, Pasta, Burger oder anderen großen Fett-Protein-Kombinationen).
Individuelle Zielwert-Anpassung: ermöglicht die Anpassung des BZ-Zielwertes z. B. für die Nacht, nach dem Sport, bei Krankheit oder hormonell bedingten BZ-Schwankungen.
Situationen wie Bewegung, Ernährung oder Hormone stellen im Alltag oft eine besondere Herausforderung dar. Der mylife Loop bietet hier ein gutes Sortiment an Funktionalitäten, um den Blutzucker im Zielbereich zu halten. Besonders für Menschen, die sich tiefergehend mit dem Blutzucker und dessen Einflussfaktoren auskennen und gerne auch mehr Einfluss auf den Algorithmus nehmen können wollen, eignet sich der mylife Loop. Die folgenden drei Situationen zeigen dies exemplarisch:
Sport: Ease-Off-/Boost-Modus einstellen bzw. planen, Zielwert anpassen oder auch Sport-KHE eingeben
Essen: Normalen Bolus abgeben, "langsam resorbierbare Mahlzeit" einstellen oder Boost-Modus eingeben bzw. planen
Hormone: Boost-Modus aktivieren oder planen, Zielwert zeitweise anpassen
Der mylife Loop bietet unterschiedliche Einstellungsmöglichkeiten, die in jeweils eigener Intensität auf den Blutzucker wirken.
Die Vorteile auf einen Blick – was macht mylife Loop besonders?
Der mylife Loop ist ein modernes und diskretes AID-System, welches sich besonders durch seine vielen Funktionalitäten und breite Kompatibilität auszeichnet:
Kompakte Pumpe (YpsoPump), so groß wie eine Scheckkarte.
Vorgefüllte Reservoire, schnell und einfach zu wechseln.
Automatisierte Anpassung der Insulinzufuhr, rund um die Uhr.
Adaptive Lernfunktion: Der Algorithmus optimiert sich auf Basis der individuellen Tagesmuster.
Wahlfreiheit bei CGM-Systemen: Libre 3 / Libre 3+ oder Dexcom G6.
Intuitive Smartphone-Bedienung – unauffällig und flexibel über Android und iOS.
Widgets für den Sperrbildschirm (Android) und Home-Screen (iOS) stehen zur Verfügung. Eine Anleitung findest du unten in den FAQs.
Besondere Modi: Boost, Ease-Off, Zielwert-Anpassung.
Anpassbare Alarme – leise wenn möglich, laut wenn nötig. Bei iOS lassen sich im Gegensatz zu Android alle Alarme stumm schalten – eine Ausnahme für bspw. Niedrig-Alarme lässt sich mit Hilfe des Fokus-Modus einstellen (Anleitung unten in FAQs).
Automatische Korrekturboli bieten mehr Sicherheit bei drohender Hyperglykämie.
Zugelassen für Kinder nach dem ersten Lebensjahr und Schwangere.
Alltag mit mylife Loop: Erfahrungswerte
Viele Anwender und Anwenderinnen berichten, dass sich der mylife Loop für viele als stabiler und zuverlässiger Begleiter im Alltag etabliert hat – auch bei Herausforderungen wie Sport, unregelmäßigen Tagesabläufen oder hormonell bedingten Glukoseschwankungen. Im Fokus steht die Erhöhung der Zeit im Zielbereich sowie die Flexibilität im Alltag. Besonders geschätzt wird die Ruhe in der Nacht und die Entlastung bei Routinetätigkeiten. Ob Sport, Essen oder Reisen: Mit den verschiedenen Modi und der lernenden App lassen sich viele Alltagssituationen gut steuern, eine Verbesserung der Time in Range erreichen und die Mühe für einen guten Therapieerfolg im Alltag reduzieren.
Tipps aus der Praxis
1. Bewegung & Sport – geeignet für Spaziergang sowie Marathon:
60–90 Minuten vorab den Ease-Off-Modus aktivieren. Dadurch wird die Insulinabgabe reduziert. Beispiel: Beim Joggen oder Wandern wird so einer Hypoglykämie effektiv vorgebeugt.
Zusätzlich kann der Zielwert beim Sport oder auch für die Nacht nach dem Sport angepasst werden – z. B. auf 125 mg/dL bis morgens – ideal nach späten oder intensiven Sporteinheiten.
Besonders anstrengender oder langanhaltender Sport (aerob/anaerob) wie z. B. Treppenläufe, Wandern oder HIIT-Training wirkt sich stärker auf deinen BZ aus. In diesen Fällen empfiehlt sich eine Kombination von Ease-Off Modus und Zielwertanpassung sowie zusätzliche, komplexe Kohlenhydrate zur Hypo-Vorbeugung.
Bei besonders anstrengendem Sport (anaerob) kann es zu einem BZ-Anstieg kommen. Auch bei Ausdauersport kann der BZ nach dem Sport ansteigen. In dem Fall kann auch ein Boost-Modus für eine gewisse Zeit helfen. Vorsicht mit der Dauer (Hypo-Risiko).
2. Mahlzeiten – auch mit FPE oder unbekannter KE-Menge:
Bei Mahlzeiten mit viel Fett/Protein (z. B. Käseplatte, Döner, Pizza, Burger, Pommes) hilft die Option „Langsam resorbierbare Mahlzeit“. Diese Funktion wirkt Glukose-responsiv, d.h. wenn der BZ-Wert steigt (FPE-Einheiten), wird verhältnismäßig mehr Insulin abgegeben – wenn er nicht steigt, wird auch kein Insulin abgegeben.
Der Boost-Modus kann zusätzlich genutzt werden, um einer drohenden Hyperglykämie (Überzuckerung) nach schwer verdaulichen Mahlzeiten (z. B. Pizza, Burger) entgegenzuwirken. Beispiel: Pizzaessen → Mahlzeiten-Bolus + „langsam resorbierbare Mahlzeit“ nach 1-2 Stunden und bei Bedarf einen (geplanten) Boost-Modus 2-4h nach dem Essen → ermöglicht stabile Werte für 4–8 Stunden nach dem Essen.
Wenn der Glukosewert vor dem Essen unter 70 mg/dL liegt, kann kein Bolus abgegeben werden – hier helfen 5 g schnelle, flüssige KH vorher, dann etwas abwarten und dann den Bolus abgeben.
3. Stress, Krankheit, hormonelle Schwankungen:
Bei Krankheit oder Fieber ist der BZ meist erhöht. Hier hilft es, den Zielwert vorübergehend abzusenken, um eine frühere Reaktion des Algorithmus zu bewirken. Zusätzlich kann auch der Boost-Modus aktiviert werden.
Während hormoneller Schwankungen (z. B. Zyklus, Pubertät, Cortisolspitzen) zeigt sich mylife Loop besonders hilfreich: Der Algorithmus erkennt Muster nach kurzer Zeit und passt das Basalinsulin sowie Korrekturen dynamisch an.
Im Boost-Modus reagiert das System zudem früher und gezielter auf steigende Werte, was besonders an Tagen mit ungewöhnlicher Belastung wie bspw. Stress sinnvoll sein kann.
4. Reisen & Alltag:
Bei Flugreisen: Vorher sicherstellen, dass alle Geräte aufgeladen und Ersatz-Batterien vorhanden sind. In der Luft bleibt das System stabil, aber Bluetooth muss eingeschaltet bleiben.
Zeitzonenwechsel: Uhrzeit der Pumpe manuell anpassen. Der Algorithmus gleicht sich innerhalb kurzer Zeit an das neue Tagesmuster an.
Unterwegs: Sensor- und Infusionswechsel sind durch das einfache Handling auch im Hotel oder Zug problemlos möglich.
Wer weitere Tipps und Tricks sucht, findet sie bspw. in der AID-Fiebel der MedTrix Group.
iOS vs. Android: Unterschiede und Gemeinsamkeiten
Mit der Einführung der iOS-Version ist der mylife Loop jetzt auch für iPhone-Nutzer und Nutzerinnen nun für eine noch größere Nutzergruppe verfügbar. Beide Versionen bieten einen nahezu identischen Funktionsumfang. Es gibt jedoch einige technische und funktionale Unterschiede, die du kennen solltest:
Funktionsumfang & Bedienung
Die CamAPS FX App unter iOS ist genauso leistungsstark wie unter Android. Alle Modi, Bolusrechner und Sicherheitsfunktionen stehen zur Verfügung. Unterschiede gibt es nur in Details: Die SMS-Follower-Funktion wird unter iOS nicht verfügbar sein, auch Begleitpersonen benötigen aktuell noch ein Android-Gerät für die Companion-Funktion (iOS ist in Arbeit) und der Stromsparmodus darf beim iPhone nicht gemeinsam mit der CamAPS FX App genutzt werden. Android bietet ein Widget für den Sperrbildschirm, auf iOS gibt es eines für den Home-Screen. Beide zeigen den aktuellen Wert und den Status des Automodus, iOS zeigt zusätzlich noch den Trendpfeil. Eine Anleitung wie du diese einstellst findest du unten in den FAQs.
Systemvoraussetzungen
iOS: Mindestvoraussetzung ist iOS 17. Das iPhone muss NFC-fähig sein, um den Libre 3 / Libre 3+ zu starten. Aktuelle iPhones wie das iPhone 12 und neuer sind kompatibel.
Android: Empfohlen wird Android 12 oder höher. Auch hier muss das Smartphone für Libre-Nutzer und Nutzerinnen NFC-fähig sein.
Die CamAPS FX App funktioniert sowohl unter Android als auch unter iOS zuverlässig – auch dann, wenn im Hintergrund Musik gestreamt oder telefoniert wird. In beiden Systemen ist die Bedienoberfläche ähnlich aufgebaut. Ein kleiner Unterschied: Während bei Android die Buttons für Blutzucker- und Mahlzeiteneingaben im oberen Bereich der App platziert sind, findest du sie beim iPhone unten auf dem Bildschirm.
Ein besonderes Plus der iOS-Version ist die enge Verzahnung mit dem Apple-Betriebssystem. Wird das iPhone stummgeschaltet, sind alle Alarme der CamAPS FX App automatisch lautlos – inklusive des dringenden Hypo-Alarms. Das ist in ruhigen Umgebungen wie Prüfungen oder Konzerten praktisch, birgt aber das Risiko, wichtige Warnungen zu verpassen. Über einen eigenen Fokus-Modus kannst du gezielt nur die Alarmtöne der CamAPS FX App zulassen.
Die Android-Version bietet hier ein Plus an Sicherheit: Der dringende „Niedrig-Wert“-Alarm bleibt stets hörbar – unabhängig von den Toneinstellungen des Telefons. Für Menschen, die dazu neigen, Benachrichtigungen zu übersehen, kann das von Vorteil sein. Insgesamt ähneln sich die Systeme im Handling stark, bieten aber kleine, entscheidende Unterschiede in der Alltagstauglichkeit.
Wichtige Hinweise für Umsteiger:innen
Im Folgenden zeigen wir die, welche Schritte es zu beachte gibt, je nachdem ob du von einer ICT-/Pen-Therapie oder von einer Insulinpumpe bzw. einem anderen AID-System auf den mylife Loop umsteigen möchtest.
Vom mylife Loop Android zu iOS
Sichere deine Daten aus der Android-App als PDF.
Nach dem Download der App auf iOS ist ein neues Pairing mit der Pumpe erforderlich, der Algorithmus beginnt neu zu lernen.
Beim Umstieg auf die iOS Version mit Freestyle Libre muss ein neuer Sensor gestartet werden.
Bei Dexcom kann der bestehende Transmitter entkoppelt und mit dem iPhone gekoppelt werden. Hier muss die Verbindung zum Android Smartphone aufgehoben werden (im Bluetooth Menü).
Plane 3–5 Tage für eine erneute Lernphase ein. In dieser Zeit möglichst Routine beibehalten, wenig Experimente.
Beim Wechsel zwischen den Betriebssystemen – z. B. von Android auf iOS – beginnt der Algorithmus neu zu lernen. In den ersten Tagen arbeitet das System daher noch nicht vollständig personalisiert.
Von ICT/Pen-Therapie zum mylife Loop
Plane eine Eingewöhnungszeit von mehreren Wochen ein
Die wichtigsten Unterschiede:
Kontinuierliches CGM ersetzt punktuelle Messungen.
Algorithmus denkt mit – du gibst nur noch Kohlenhydrate ein und spritzt kein Basalinsulin mehr.
Technisches Handling kann intensiver sein, dafür mehr Sicherheit und Flexibilität im Alltag.
Tipp: Lass dich gut beraten (z. B. Hersteller, Diabetesteam, andere Betroffene).
Für den Wechsel von ICT zu AID ist eine Pumpen-/AID-Schulung in deiner Diabetes-Schwerpunktpraxis erforderlich. Bitte rechtzeitig mit dem Praxisteam sprechen!
AID-Systeme im Vergleich – wie schneidet mylife Loop ab?
Wir haben den mylife Loop in allen Kombinationen getestet. Hier findest du eine Übersicht verschiedener AID-Systeme, anschließend findest du unser Fazit und Einblicke in die persönlichen Testerlebnisse von Ivo.
Gegenüberstellung wichtiger AID-Systeme
| System | Pumpe | App & Steuerung | CGM-Optionen | Besonderheiten |
|---|---|---|---|---|
| mylife Loop | YpsoPump | CamAPS FX (iOS/Android) | Dexcom G6, Libre 3/3+ | Sehr kompakt, hohe Flexibilität, intuitive App, viele Modi |
| Medtronic 780G | Medtronic 780G | pumpenbasiert | Guardian 4 / Simplera (beide nur Medtronic) | Integriertes AID, geschlossenes System |
| Omnipod 5 | Omnipod 5 | Handy (aktuell nur USA) oder PDM | Dexcom G6 | Schlauchlos, automatische Updates |
| Kaleido | Kaleido Pump | CamAPS FX (Android) | Dexcom G6, Libre 3 | Modulare Pumpe mit wechselbarem Reservoir, schlauchlos |
| t:slim X2 | t:slim X2 | pumpenbasiert | Dexcom G6 | Integriertes AID, kein Smartphone nötig |
Fazit im Vergleich
Der mylife Loop punktet mit seiner Flexibilität (iOS & Android), der Wahlfreiheit beim CGM und der diskreten, kleinen YpsoPump. Besonders für Menschen, die Smartphone-affin sind und sich einfache, aber effektive Steuerungsmöglichkeiten wünschen, bietet der mylife Loop eine gelungene Kombination. Im Gegensatz zu geschlossenen Systemen (z. B. Medtronic) ermöglicht es mehr individuelle Anpassungen (z. B. manuelle Anpassung eines eigenen Zielwertes, Boost- oder Ease-Off-Modus).
Persönliche Anekdoten & Learnings aus dem Alltag
Die folgenden Erfahrungen stammen direkt aus der Praxis. Unser Gründer Ivo hat den mylife Loop mehrere Wochen sowohl mit Android- als auch mit der iOS-Version getestet. Seine Erfahrungen und Learnings haben wir dir hier zusammengefasst:
Umstieg
Beim Umstieg auf iOS hat eine Liste mit Tipps und Tricks gut geholfen.
Android Daten downloaden (als Backup), wurde aber nicht gebraucht.
Bei Bedarf steht der Support von Ypsomed schnell mit Rat und Tat zur Seite (nicht an Feiertagen).
Start
Der Einstieg mit mylife Loop war leicht: Die App ist intuitiv und das Online Training von CamDiab deckt Grundlegendes gut ab. Die Erklärvideos von CamDiab findest du auch in der iOS-App unter: Menü, Hilfe, "In-App Training". Super hilfreich war die Einführung durch den Ypsomed-Außendienst.
Austausch mit anderen Menschen hilft sehr, vor allem um mehr über die speziellen Modi (z. B. bei Pizza, Sport, Stress) zu lernen und sie zielführend einsetzen zu können.
Alltag
Steuerung über das Handy (und nicht mehr über die Pumpe) ist eine Umstellung, aber im Alltag unauffälliger als über die Pumpe. Allerdings muss das Handy nun immer dabei sein, um den AID-Modus aktiv laufen zu lassen (Verbindungsabbruch unter 30 Minuten ist kein Problem).
Stromsparmodus bei iOS darf nicht genutzt werden, da damit die Hintergrundaktualisierung der CamAPS FX App verhindert wird. Mein Akku hat bisher immer den ganzen Tag gehalten, aber ohne nächtliches Aufladen und häufiges Telefonieren, Chatten oder Social Media wird's schwierig.
Die Widgets sind sehr hilfreich, um schnell einen kurzen Blick auf den aktuellen BZ zu werfen.
Erste Pizza an Tag 3 mit normalem KHE-Bolus, Boost-Modus und “langsam resorbierbarer Mahlzeit” war ein voller Erfolg.
Insulinabgabe ist bei der neuen YpsoPump-Version langsamer, tut nicht mehr weh.
Vorgefüllte Reservoire sparen Zeit und Platz beim Wechsel.
Schlauchlängen von 40 bis 80 cm bieten eine große Auswahl, jedoch fehlt eine Variante mit 100-120 cm Schlauchlänge.
Signalverluste können bei dicker Kleidung (z. B. Weihnachtsmarkt im Winter) auftreten. Tipp: Handy nah am Sensor tragen.
Erleichterung mit CGM-Sensoren: Kein Kalibrieren mehr notwendig! Umstieg von Dexcom zu Libre und vice versa ist sehr einfach möglich.
Sehr stabiler Verlauf in der Nacht: wenig Eingriffe nötig, daher schnelles Vertrauen in den Algorithmus.
Funktionen wie Ease-Off, Boost oder "langsam resorbierbare Mahlzeit" bieten viele Kombinationsmöglichkeiten zu sehr guter BZ-Kontrolle
Ease-Off-Modus beim Sport (z. B. Umzugstag oder Lauftraining) verhindert Hypos, oft genügen nur 2–5g KHE als Hypohelfer.
Hypo-Snacks können eingegeben werden. Hilft um Folge-Hypo zu vermeiden.
Persönliches Fazit
Der mylife Loop ist ein starker Algorithmus, ob mit Android oder iOS, der eine hohe Time in Range mit vergleichsweise wenig Aufwand möglich macht.
"Einfach laufen lassen" ist genauso möglich, wie eine engmaschige Steuerung mit persönlichen Eingaben/Anpassungen.
Die iOS-Version wirkt einen Tick ausgereifter, vor allem die Alarmsteuerung ist ein großer Vorteil gegenüber Android (Alarm stumm und Fokus-Modus!).
Libre 3 vs. Dexcom G6: Dexcom G6 liefert etwas "geglättetere" Kurven ist aber der größere Sensor, der Libre 3 ist dafür kleiner, die Kurven sehen im Vergleich aber etwas „zackiger“ aus.
Insgesamt überzeugt das System mit seinen vielseitigen Einstellungsmöglichkeiten, der einfachen Handhabung im Alltag, einem sehr präzisen Algorithmus und vielen Möglichkeiten, individuelle Anpassungen vorzunehmen.
Fazit: Ein starker Alltagsbegleiter – jetzt auch für iOS
Der mylife Loop ist ein flexibles und leistungsfähiges AID-System, das nun endlich auch auf dem iPhone verfügbar ist. Er bietet Menschen mit Typ-1-Diabetes eine echte Entlastung im Alltag und die Möglichkeit, Glukosewerte stabil zu halten, ohne ständig eingreifen zu müssen. Besonders hilfreich sind die vielseitigen Modi und die gute Anpassungsfähigkeit des Algorithmus. Die neue iOS-Version schließt eine wichtige Lücke – und sorgt für mehr Wahlfreiheit für Menschen mit Typ 1 Diabetes.
